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Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen 
verträglich sind mit der Permanenz 
echten menschlichen Lebens auf Erden
 

Hans Jonas-Zentrum Berlin g.e.V. 

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EMD – Ethik und Medizin im Dialog

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Forschung
und Lehre

Seit der Ehrenpromotion von Hans Jonas durch die Freie Universität Berlin im Jahre 1992 hat der Lehrstuhl von Professer Dietrich Böhler, der sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Begründung und Anwendung der Ethik befasst, Kontakte zu verschiedenen medizinischen Einrichtungen und für die Medizinethik engagierten Personen hergestellt. Daraus entstanden eine Reihe von Vortragseinladungen, Seminaren und Fachkolloquien. Die vertiefende Erörterung medizinethischer Fragen legte dann die Gründung der Forschungsgruppe ETHIK UND MEDIZIN IM DIALOG nahe, die von dem HANS JONAS-ZENTRUM e.V. organisiert und unterstützt wird. Die Arbeit besteht vor allem darin, in regelmäßigen Abständen, Verantwortliche aus den verschiedenen Praxisfeldern zur Diskussion jeweils spezifischer ethischer Fragestellungen (z. B. Sterbehilfe) zusammenzubringen. Dementsprechend kommen die Teilnehmer aus verschiedenen Fachdisziplinen, Kliniken und Instituten, umfassen Ärzte, Pflegekräfte ebenso wie (potentielle) Patienten, interessierte Bürger und Philosophen.

In pluralistischen Gesellschaften bestehen offensichtliche Differenzen in der Bewertung von Diagnostik- und Therapieangeboten. bei Pränataluntersuchungen, In-vitro-Fertilisation und Schwangerschaftsabbruch bis hin zur Organentnahme und zur Sterbebegleitung entstehen immer wieder medizinethische Kontroversen. Aber auch im klinischen Alltag stellen sich bereits grundsätzlichen ethische Fragen in der pflegerischen und ärztlichen Betreuung, in der Behandlung und in der Forschung. Ethik in der Medizin versucht moralische Konflikte in der Humanmedizin zu benennen und zu analysieren, Argumentationsstrukturen wie auch Lösungsansätze aufzuzeigen.

Die Diskussionen sind offen, ihnen liegt keine weltanschauliche Position zugrunde. Freilich glauben wir, daß ein (selbstverständlicher) normativer Rahmen vorausgesetzt werden muß, um medizinethische Fragen vernünftig diskutieren zu können. Dieser normative Rahmen wird durch ein kommunikatives Rechtfertigungs- oder Diskursprinzip und ein verantwortungsethisches Handlungsprinzip gebildet. Dieses Doppelprinzip ist allgemein einsehbar; entfaltet und begründet wird es vor allem von der Diskursethik und der Verantwortungsethik von Hans Jonas:

Bemühe dich darum, in einem, auf gegenseitige Verständigung bezogenen, Dialog der Argumente die Wirkungen deines Handelns auf Betroffene und Institutionen einzuschätzen und kritisch zu prüfen: Sind sie zumutbar? Sind sie verantwortbar – also auch vereinbar mit der Permanenz menschenwürdigen Lebens auf Erden?

Zur Einsicht in die Verbindlichkeit dieses Diskurs-Verantwortungsgrundsatzes ist eine reflektierende Einstellung nötig, so wie es zu dennen Praktizierung im Einzelfall einer selbstkritischen Diskursbereitschaft bedarf. So gilt es, die eigenen Meinungen und Interessen zu distanzieren und eine ideale Beurteilungsrolle einzunehmen: die Rolle eines argumentativen Dialogpartners, der alle Ansprüche gleichberechtigt berücksichtigen würde, welche sich als sinnvolle, d. h. widerspruchsfreie Dialogbeiträge vorbringen ließen.

Der so verstandenen moralischen Mitverantwortung für die Zukunft der Menschheit liegt die Bereitschaft zugrunde, sich selbst dialogförmig zu verantworten und alle Normen, Handlungsweisen und Techniken daraufhin zu prüfen, ob sie ihrerseits in Diskursen, die kein sinnvolles Gegenargument ausschließen, gerechtfertigt werden könnten.

Dr. med. Ove Schröder

Arzt und Leiter der Arbeitsgruppe EMD des Hans Jonas-Zentrums Berlin. E-Mail: Oveschroeder@aol.com

Dipl. Ing. Dr. phil. Horst Gronke

Geschäftsführer der Organisations- und Unternehmensberatung pro argumentis. E-Mail: Gronke@pro-argumentis.de

 

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