1903 |
Am 10. Mai wird
Jonas in Mönchengladbach geboren. |
1921-1928
|
Studium der
Philosophie, des Judentums und der Religionsgeschichte u.a. bei Edmund Husserl,
Martin Heidegger und Rudolf Bultmann. Begegnungen etwa mit Karl Löwith,
Günther Stern (alias Anders), Hannah Arendt, Hans-Georg Gadamer, Leo
Strauss. |
1933 |
Emigration nach
London. |
1934 |
Gnosis
und spätantiker Geist. Erster
Teil (Der zweite Teil erscheint 1954). |
1935 |
Übersiedlung
nach Palästina. |
1938 |
Nachricht vom
Tod des Vaters. Jerusalemer Gedenkrede auf Edmund
Husserl. |
1942 |
Deportation der
Mutter ins Ghetto Lodz, später nach Auschwitz, wo sie ermordet
wird. |
1943 |
Heirat mit Lore
Weiner in Haifa. |
1944 |
Jonas nimmt am
Italienfeldzug in der Jewish Brigade Group der britischen Armee teil. |
| 1945 |
Im Juni kommt
Jonas mit seiner Einheit nach Deutschland zurück und erfährt von
der Ermordung seiner Mutter in Auschwitz. Besuche bei Rudolf Bultmann und
Karl Jaspers. Rückkehr nach Palästina. |
1948 |
Unabhängigkeitserklärung
des Staates Israel. Arabisch-jüdischer Krieg: Jonas wird als
Artillerieoffizier eingezogen; sein Schwager fällt. |
1949 |
Übersiedlung
nach Kanada. Fellow an der McGill-University Montreal. |
1952 |
Ablehnung eines
Rufes an die Hebräische Universität Jerusalem, ferner eines Rufes
an die Universität Kiel. |
1950-1954 |
Gastprofessor,
später Associate Professor für Philosophie am Carleton College
in Ottawa. Studien der Biologie. Freundschaft mit Ludwig v. Bertalanffy.
Rezeption und Kritik der Informationstheorie und Kybernetik Norbert
Wieners. |
1955 |
Übersiedlung
in die USA. Professor für Philosophie an der New School for Social Research
in New York. |
1959/1960 |
Vortragsreisen
in Deutschland. |
1964 |
Aufsehenerregende
Heideggerkritik in dem Vortrag Heidegger and the Theology an
der Drew-University, New Jersey, den er auch in Frankfurt
a. M., Heidelberg
und Tübingen hält. |
1967 |
Philosophische
Reflexionen über Experimente mit menschlichen Subjekten, Vortrag
an der American Academy of Arts and Sciences, Boston. Seither bio- und
medizinethische Arbeiten. |
1969 |
Hermeneutikvortrag
zur Eröffnung des 5. internationalen Kongresses der Altertumswissenschaften
in Bonn: Wandel und Bestand .
Founding Fellow am bio- und medizinethischen Hastings
Center-on-Hudson. |
1973 |
Organismus
und Freiheit. Ansätze zu einer philosophischen
Biologie. |
1979 |
Das
Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische
Zivilisation. |
1984 |
Der
Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jüdische
Stimme. |
1985 |
Technik,
Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips
Verantwortung. |
1987 |
Verleihung des
Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Empfang des Großen
Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland und der
Ehrenbürgerwürde der Stadt
Mönchengladbach. |
1988 |
Materie,
Geist und Schöpfung. Kosmologischer Befund und kosmogonische
Vermutung. |
| 1990 |
Diskussionen
auf der Kieler Konferenz "Ethik und Politik heute" mit Karl-Otto Apel,
Hans Küng, Reinhard Löw u.a. (hrsg. v. B. Engholm und R. Röhrich,
Opladen)
Teilnahme an der Melbu Conference "Ecology and Ethics" auf Einladung
von Karl-Otto Apel (hrsg. v. A. Øfsti, Trondheim 1992).
Ehrenpromotion
durch die Universität Bamberg. |
| 1991 |
Ehrendoktorwürde
der Universität Konstanz. |
1992 |
Ehrenpromotion
durch die Freie Universität Berlin: Herausforderung Zukunftsverantwortung.
Hans Jonas zu Ehren, hrsg. von D. Böhler und R. Neuberth. |
1993 |
Philosophie,
Rückschau und Vorschau am Ende des Jahrhunderts.
Verleihung des
Premio Nonino in Udine. Am 5. Februar stirbt Hans Jonas in New Rochelle bei
New York. Er liegt im jüdischen Teil des ökumenischen Friedhofs
von Hastings, N.Y., begraben.
Herausgegeben und zu Ende geführt von Kurt Rudolph, Marburg, erscheint:
Gnosis und spätantiker Geist zweiter Teil: Von der Mythologie zur
mystischen Philosophie. Göttingen. |